Während des Ausstellungsumbaus bleibt das Kunstmuseum Singen geschlossen.
Nach 30 Jahren kehrt der aus Singen stammende, in Zürich und Lumnezia (Graubünden) arbeitende Maler Markus Weggenmann (*1953) an das Kunstmuseum seiner Heimatstadt zurück. Von Beginn an verschrieb er sich konsequent dem essenziellen Ausdrucksmittel der Malerei: der Farbe – genauer den Pigmenten, deren Erscheinung und Wirkung.
International bekannt wurde er in den 1990er Jahren mit vibrierenden Streifenbildern, die er wandfüllend präsentierte – so auch 1995/96 im Kunstmuseum Singen, in einer seiner ersten Einzelausstellungen. Mit diesen Arbeiten schrieb er sich in den Kreis der Farbmalerei des »radical painting« ein.
Längst hat Weggenmann das minimalistische Formenrepertoire hinter sich gelassen. Geblieben sind monochrom gemalte Flächen und satte, hochpigmentierte Farbe, nur mit dem Nötigsten an Leim gebundene Farbe. Geblieben ist auch der Anspruch an eine sich räumlich entfaltende, performative Wirkung des Bildes, denn Farbflächen versteht der Maler immer auch als Farbräume mit dreidimensionaler Wirkung.
Heute experimentiert er mit organisch-amorphen Formen, die immer häufiger ins fast Gegenständliche kippen. Grundlegend aber bleibt die Farbe. Sie macht seine Bilder zu einem im mehrfachen Wortsinn »hochreaktiven Stoff«, zu einem heftigen Ereignis in der Betrachtung. Mit diesem Ansatz behauptet der Maler seine ganz eigene Position innerhalb der zeitgenössischen Malerei.
Die Schau gibt Einblick in die verschiedenen Serien und Werkgruppen der letzten zehn Jahre und kontextualisiert mit der Setzung auch älterer Arbeiten die Entwicklung von Weggenmanns Malerei seit 1993. Im Erdgeschoss schaffen gegenübergestellte Werke anderer Künstler:innen aus der Sammlung des Kunstmuseums Singen einen zusätzlichen Referenzrahmen.